Um diese Fragen zu erforschen verführen die Akteurinnen unsere Gäste zum rasanten Rendezvous in eine Zauberwelt der 1920er Jahre. Einer Zeit in der verkrüppelte Menschen aus dem Krieg kamen und auf den Straßen sichtbar waren. Einer Zeit des Dadaismus, der sich der verkrüppelten Kunst zugewendet hat. Einer Welt mit neuen Geschlechterrollen. Eine Zeit in der Stolz, Erhabenheit, Etikette und gesellschaftliches Protokoll die Welt organisierten. Aber auch die Zeit einer traumatisierten Gesellschaft, im Nachkriegsdeutschland. Eine Zeit der Verunsicherung, wer ist Freund, wer Feind?
Dieser Abend rund um das Speed Dating mit körperlicher Beeinträchtigung soll zu Begegnungen führen, die woanders schwer möglich wären. Es geht darum, wie es sich anfühlt, um Hilfe zu bitten, oder eine Aufgabe zu erfüllen, obwohl man behindert wird. Es geht um den Austausch mit dem Gegenüber. Wie er/sie die Behinderung empfindet. Es geht auch darum, körperlich behinderte Teilnehmer mit einer weiteren Behinderung zum Teil der Gruppe zu machen. Und sich zu trauen Unkorrektes zu sagen, fragen oder zu tun. Der spielerische Umgang mit dem eigenen Unbehagen ist zentraler Punkt des rasanten Rendezvous mit Behinderung: Begegnung, Austausch, Wahrnehmung schärfen.
Mit Nadja Godzina, Miriam Michel und Charis Nass

