Saarbrücker Sommermusik

VERGEHENDER STERN

Literarisch/musikalische (Ab-)Handlung zu Benjamin Brittens Oper „Death in Venice” und ihrer Novellenvorlage „Der Tod in Venedig” von Thomas Mann

Mit Elia Merguet (Bariton), Ralf Peter (Tenor) und Mauro Barbierato (Klavier)

Eintritt frei

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© Ensemble

„Ein alternder, in München lebender Schriftsteller bekommt plötzlich Fernweh und macht eine Reise nach Venedig, wo er sich in einen polnischen Jungen verliebt, dann aber an Cholera stirbt; mit einer Novelle solchen Inhalts wäre man heute entweder unten durch oder feierte seinen Durchbruch als Skandalautor, wahrscheinlich beides.”
So stand es in der FAZ 2012 zum 100. Erscheinungsjahr der Venedig-Novelle von Thomas Mann.

Der Autor stünde heute als Pädophiler da, was neben Antisemitismus wohl das Schlimmste sei, was man über einen Menschen sagen könne. So gilt die weltberühmte Erzählung immer noch als Prüfstein auch für literaturkritische Toleranz.

Bei kaum einem anderen Literaten von Weltrang durchzieht das Thema Musik das gesamte Oeuvre mit solcher Omnipräsenz; umso erstaunlicher ist die marginale Anzahl von Mann-Vertonungen. Benjamin Britten (1913-1976), einer der nachhaltigsten englischen Komponisten der Moderne, nahm sich Manns todessüchtiger Novelle an: „Death in Venice” wurde 1973, als letzte Oper des Schwerkranken, uraufgeführt, zwei Jahre nach der berühmten Visconti-Verfilmung. Die Partie des Gustav von Aschenbach schrieb Britten seinem langjährigen Lebensgefährten, dem Tenor Peter Pears, auf den Leib.

In der literarisch/musikalischen (Ab-)Handlung „vergehender Stern” werden Ausschnitte aus Novelle und Oper vereint. Neben frei assoziierten Filmsequenzen von Leon Post sind der junge Opern-Bariton Elia Merguet in mehreren Partien und Ralf Peter als Tenor (Aschenbach) und Sprecher zu sehen und zu hören, am Klavier begleitet von Mauro Barbierato.

Eigenproduktion des Ensembles im Rahmen der Saarbrücker Sommermusik