HEIMATLOS – IRGENDWO UND NIRGENDWO

STREIFZUG von Katharina Fiedler

So 28.10. 17:00h

Karten: 12,– / 7,– Euro

Mit Katharina Fiedler, Thessy Eckel und Fred Woywode


Wer den Ort, an dem er geboren wurde und einen Teil seiner Kindheit verbracht hat, wer die Heimat verlässt, wird zum Fremden. Fremd da, wo er hingeht. Fremd dort, wo er herkommt.
Der Autor Carl Zuckmayer, ein sogenannter Vierteljude, floh 1938 ins Exil nach Amerika. Er kam zurück, und Deutschland lag unter Bombenschutt begraben. Irgendwo war einmal Heimat gewesen. Er fand sie nicht mehr.
Als der Bürgerkrieg in Sri Lanka eine Blutspur durch das Land zog, wurde Umes Arunagirinathan als 12jähriger einem Schlepper anvertraut. Heute ist er Deutscher, arbeitet als Herzchirurg im Rhönklinikum von Bad Neustadt. Manchmal, wenn er heimkommt, befremden ihn Verhalten und Forderungen seiner Familie. Ein Buch hat er über seine Geschichte geschrieben „Der Fremde Deutsche“.
Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger kam als Jude zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in ein französisches Internierungslager, bevor ihm in letzter Minute die Flucht nach Amerika glückte. Deutschland sollte er nie wiedersehen.
Thessy Eckel hat als Kind einer Fluchtfamilie die ersten 15 Jahre ihres Lebens in Zügen, Baracken und Lagern gelebt. Sie wurde Schauspielerin, stand an zahlreichen Theatern, auch am hiesigen Staatstheater, auf der Bühne. Spielte die weibliche Hauptrolle in Carl Zuckmayers Abrechnung mit dem Naziregime „Des Teufels General“. Ihre Geschichte als Wanderkind hat Thessy Eckel aufgeschrieben. Ein anrührender, eindringlicher Text, aus dem sie rezitieren wird.
Der STREIFZUG führt durch Geschichten, Gedichte und das Leben von Menschen, die erfahren haben, wie es sich anfühlt HEIMATLOS – IRGENDWO UND NIRGENDWO zu sein.

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