„ICH HABE MEINE TANTE GESCHLACHTET!“

Lieder und Texte von Frank Wedekind

Sa 14.12. 19:30 + So 15.12. 17:00

Karten: 12,– / 7,– Euro

Mit Sigi Becker (Rezitation, Gesang und Gitarre)


Frank Wedekind, eigentlich Benjamin Franklin W. – der Vater war ein liberaler Demokrat, der nach der gescheiterten 1848er Revolution zeitweise nach Kalifornien emigrierte – wurde 1864 in Hannover geboren. Der Großvater mütterlicherseits meldete das Zündholz zum Patent an. Eine Mitgift, die Wedekinds nonkonformistische Lebenseinstellung möglicherweise beeinflußte.

1901/02 war er Mitglied des Kabarett-Ensembles „Die elf Scharfrichter“ in München und trat mit eigenen Chansons und Couplets zur Gitarre auf. Diese Lautenlieder rüttelten, wie schon seine Theaterstücke, an den Mauern der Scheinmoral des Bürgertums, indem sie spießbürgerliche Enge und autoritäre Staatsmacht bloßstellten und zum Gespött machten. Das Imperium schlug zurück und verurteilte ihn wegen Majestätsbeleidigung zu sechs Monaten Festungshaft.

Kerstin Krämer schrieb über die Premiere in der Saarbrücker Zeitung vom 04.November 2011:
„Bei Becker (…) begegnet man ihm als wortgewaltigem Lyriker und Liedermacher, der vor Witz, Poesie und Hintersinn nur so sprüht. Aus seinen Theaterstücken entlieh Becker die Überschriften der Kapitel, in die er den Abend unterteilte: In ‚Frühlings Erwachen‘ ging es um keimende Liebeslüste, ‚Die Büchse der Pandora‘ hatte in Bänkellied-Manier die weniger erfreulichen Seiten des Eros zum Thema, politisch wurde es bei ‚Mit allen Hunden gehetzt‘. (…) Wedekind hätte wohl seine Freude dran gehabt. Nicht nur, weil Becker dem jeweiligen Sujet angemessen interpretierte und wie immer in guter alter Barden-Tradition durch seine angenehm uneitle Präsentation an Mikrofon und akustischer Gitarre gefiel. Sondern vor allem, weil er seine Empfehlung an Vortragskünstler eindringlich beherzigte: ‚Harangiere das Publikum nicht durch Weltschmerzgedichte!'“

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