KOL NIDRE

von Abraham Sutzkever

Lesung in der Reihe "Federmenschen"
Mi 16.10. 19:30

Karten: 8,– / 5,– Euro

Es lesen Ruth Boguslawski und Norbert Gutenberg


Abraham Sutzkever (jiddisch: Awrom Sutskewer) gilt als der bedeutendste jiddische Schriftsteller und wohl einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts überhaupt. Er hat das Jiddische auf eine vorher unerreichte Höhe gebracht und es durch vielfältige Neuschöpfungen bereichert. Sutzkevers Leben umspannt nahezu des gesamte 20. Jahrhundert. Sein Werk könnte als Spiegelung des Schicksals der Ostjuden während jener verhängnisvollen Epoche bezeichnet werden. Er wurde 1913 in Smorgon bei Wilna geboren. 1942 schloss er sich einer Partisanengruppe an. 1946 sagt er bei den Nürnberger Prozessen aus. 1947 wanderte er über Polen nach Israel aus, wo er bis zu seinem Tod im Januar 2010 lebte.

Wir hören auf jiddisch und deutsch sein Langgedicht „Kol Nidre“. Es ist benannt nach dem Gebet am Abend des Versöhnungstages (Jom Kippur). Sein Inhalt beruht auf einem tatsächlichen Ereignis in Ponar. Dort hatte ein jüdischer Vater seinen Sohn erstochen, um ihm weitere Martern zu ersparen.

Bei Sutzkever verzweifelt das lyrische Ich an Gott, es erhebt wie Hiob Klage: „Gott hat mir all mein Beten nicht erhört, / er macht gemeine Sache mit dem Schinder“.

Sutzkevers Werk umfasst Lyrik, epische Gedichte, kurze Prosa, autobiographische Schriften sowie Literaturkritik.

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