MAUERFÄLLE Ⅰ

Szenische Collage

Ein gemeinsames Statement
PREMIERE: Do 31.10.19:30
Fr 01.11. 19:30

EINTRITT FREI

Mit Sigi Becker, Mwoloud Daoud, Mohammed Ali Deeb, Ulrike Donie, Moschgan Ebrahimi, Katharina Fiedler, Karl Heinz Heydecke, Nour Jaafer, Christine Michel, Ralf Peter, Munir Saidi, Barbara Scheck, Stefan Scheib, Peter Tiefenbrunner, Rodica Wollscheid, Fred Woywode und Bob Ziegenbalg


„Abschied von der Insel – Berlin sieht Land“ titelte die taz nach dem 9. November 1989. Manche und mancher rieben sich verwundert die Augen, wie nahezu beiläufig diese Mauer fiel. Nun löst der Begriff „Mauer“ sehr zeitabhängig die unterschiedlichsten Assoziationen aus: Vor wenigen Monaten hatte selbst der Bundestag den 9. November 1989 noch nicht auf dem Schirm, die Mauer zwischen Mexiko und den USA, Mauern und Zäune auf den Wegen der Geflüchteten … Nicht zuletzt die Mauern in den Köpfen nationalistischer, rassistischer, antidemokratischer schrecklicher Vereinfacher waren — und sind jeweils präsenter.

30 Jahre Fall „der“ Mauer ist Anlass, ein assoziatives Spektrum aus Erinnerungen, Liedern, Rezitationen, Dokumenten und Szenen zum Thema „Mauern“ – den realen und den nur in den Köpfen vorhandenen – aufzufächern: Mauerfälle. Dabei soll auch immer wieder der Bogen zur Gegenwart geschlagen werden.

Mit einem Aufruf an die freien Künstler*innen hatte das Theater im Viertel den Versuch unternommen, möglichst viele von ihnen für dieses Vorhaben gemeinsam auf die Bühne zu bringen.

Sie schlossen sich zusammen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass — und zur Wahrung der Freiheit, Toleranz und Demokratie.

Das Jahr 2019 bietet einige Daten, die mit der deutschen Verfassungsgeschichte eminent verbunden sind: 1919 tritt die Weimarer Verfassung in Kraft, am 23. Mai 1949 das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 schließlich eröffnete sich die Chance, die Übergangszeit zu beenden und eine gemeinsam demokratisch erarbeitete Verfassung per Volksentscheid zu verabschieden. Eine verpasste Chance, die bis heute in vielfältiger Weise nachwirkt.

Dramaturgie und literarische Zuarbeit: Robert Karge und Jutta Roth
Moderation: Bob Ziegenbalg


Eine Produktion des Theaters im Viertel

Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Landeshauptstadt Saarbrücken im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

Die Veröffentlichungen stellen keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen trägt der Autor/die Autorin bzw. tragen die Autoren/die Autorinnen die Verantwortung.

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